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Eine Sprengbombe mit ca. 500 kg nicht nur einen Krater von 12 Metern Durchmesser und 4 Meter Tiefe erzeugen, sondern auch eine Ziegelwand in 10 Metern Entfernung glatt zertrümmern. Selbst eine Brandbombe, die Standardwaffe der alliierten Bomberflotte, durchschlug mit 2,8 kg Gewicht mühelos Ziegeldächer und Zwischendecken. Die amerikanische Elektron Thermit Brandbombe wog 1,7 kg und hatte Stabilisatoren um den Aufschlagwinkel gering zu halten. Sie konnte damit auch Ziegelwände durchschlagen.
Bombenarten des Zweiten Weltkrieges

Den Beginn des alliierten Zerstörungswerks in deutschen Städten machten große Sprengbomben. Die Luftminen waren besonders wuchtige Exemplare, die im Unterschied zu vielen anderen Sprengbomben keine großen Krater rissen, sondern mit ihren Druckwellen Brandschutzmauern, Häuserwände, Dächer und Fenster wegsprengten. Im Umkreis von bis zu 100 Metern zerstörten die Bomben, die deshalb auch "Blockbuster" ("Wohnblock-Knacker") genannt wurden, alle Häuser. Wegen ihres Aussehens wurden die bis zu 5,5 Tonnen schweren Bomben auch "Badeöfen" genannt. Nachdem die Blockbuster für Zugluft in den betroffenen Stadtgebieten gesorgt hatte, warfen die alliierten Bomberbesatzungen viele tausend Brandbomben ab, allein auf Dresden rund 700.000. Bei den meisten handelte es sich um Stabbrandbomben. Die etwa einen halben Meter langen, meist sechseckigen Metallkörper bestanden aus einem Elektronmantel mit einer Thermitfüllung und wogen pro Stück nur 1,7 Kilogramm. Thermit ist ein Pulver aus Aluminium und Eisenoxid, Elektron eine Legierung aus 90 Prozent Magnesium sowie Aluminium, Mangan, Kupfer und Zink. Diese Stabbrandbomben brannten mehrere Minuten lang unter Temperaturen von bis zu 2500 Grad. Die Brandbomben waren einfach zu löschen, wenn man neben ihnen stand. Sie wurden aber in riesigen Massen abgeworfen. Um ein einfaches Aufheben zu verhindern, wurden diese mit kleinen Sprengladungen versehen.

Berüchtigt waren vor allem die so genannten Phosphorbomben. Bis heute hält sich die Legende, die Alliierten hätten flüssigen Phosphor über den deutschen Städten herabregnen lassen. Tatsächlich aber handelte es sich um dünnwandige Kanister, die teilweise Phosphor als Zünder und ansonsten ein gelartiges Gemisch aus brennbaren Flüssigkeiten wie Kautschuk und Kunstharzen enthielten. Diese Flüssigkeits-Brandbomben waren tückische Waffen: Das zähe Gel entwickelte beim Verbrennen starken Rauch und giftige Dämpfe, blieb praktisch überall kleben und war kaum zu löschen. Gelang dies in seltenen Fällen dennoch, sorgte der Phosphor dafür, dass sich das Gemisch beim Kontakt mit Luft erneut entzündete. So erklären sich auch Berichte von Zeitzeugen, denen zufolge Menschen brennend ins Wasser sprangen und nach dem Auftauchen sofort wieder Feuer fingen.

Luftminen hatten ein Gewicht von mehreren hundert Kilogramm bis zu mehreren Tonnen und waren bis zu 80 Prozent ihres Gesamtgewichtes mit hochexplosivem Sprengstoff gefüllt. Sie waren im Vergleich zu „normalen“ Mehrzweckbomben meist wesentlich größer: mehrere Meter lang und im Durchmesser bis zu einem Meter dick, dabei jedoch verhältnismäßig dünnwandig umhüllt, weshalb nur ein relativ geringer Gewichtsanteil auf die Hülle entfiel. Durch diese schwache Ummantelung und das hohe Gewicht bestand das Risiko, dass die Luftmine am Boden zerbarst, wenn der Zünder nicht schnell genug ansprach. Deswegen wurden Luftminen manchmal auch an Fallschirmen abgeworfen; in diesen Fällen konnten sie dann auch mit einem Zeitzünder versehen werden. Die im Vergleich zu konventionellen Sprengbomben um ein Vielfaches stärkere Druckwelle zerstörte im Umkreis von 100 Metern alle Gebäude gewöhnlicher Bauart, riss im freien Gelände in bis zu 1000 Meter Entfernung Türen und Fensterrahmen heraus und ließ Fensterscheiben noch in einer Entfernung von 2000 Metern zersplittern. Wenn solche Bomben gezielt über Wohngebieten explodierten, deckten sie die Dächer im Umkreis von mehreren 100 Metern ab. Aus diesem Grund wurden Luftminen auch eingesetzt, um Brandbomben einen guten Zugang zu leicht brennbaren Dachböden und -stühlen zu ermöglichen und so das Entstehen von Bränden zu begünstigen, bis hin zu sogenannten Feuerstürmen. Straßen wurden durch die entstehenden Trümmer für Rettungskräfte unpassierbar. Direkte Opfer von Luftminen starben an Lungenriss.

Bilder von Bomben

Sprengbombe



Brandbomben, die meist verwendete Bombe im 2.WK


Behälter mit Brandbomben


Luftmine, aufgrund ihrer Form und Größe, in der Umgangssprache als Badeofen bezeichnet


Phosphorbombe