Modus
Kontakt  |  Impressum  |     Suchen
Notlandebahnen

Ein Überbleibsel aus dem Kalten Krieg sind die Notlandebahnen an verschiedenen Autobahnstrecken. Diese Autobahnabschnitte haben in der Mitte keinen Grünstreifen und sind durchgängig betoniert. Das geht über eine Länge von drei Kilometern. Jeweils zu Beginn der Ausbaustrecke gibt es auf jeder Seite einen Parkplatz  die als Abstellfläche dienen sollten. Die Notrufsäulen waren in diesem Bereich alle mit Scharnier zum Umklappen ausgerüstet. Die vorgesehenen Notlandeplätze wären innerhalb von 24 Stunden einsatzbereit gewesen. Heute werden diese Ausbauten im Rahmen von  Renovierungs- und Ausbaumaßnahmen zurückgebaut. Auf der A 81 bei Villingen-Schwenningen sind in der Mitte heute Betonklötze, eine weitere Landebahn war bei Sinsheim. Diese ist heute kaum noch zu erkennen, da im Zuge des sechsspurigen Ausbaues die Landebahneigenschaften verschwunden sind.
Sperrmittel
Ein eminent  wichtiges, wenngleich von der Bevölkerung oft nicht wahrgenommenes Symbol des Kalten Krieges, waren die sogenannten Sperranlagen An weit über 6000 strategisch wichtigen Punkten waren Vorbereitungen getroffen worden, um den Vormarsch der feindlichen Truppen zu behindern. Die Sprengungen sollten dazu führen, dass gestoppte feindliche Truppen durch gezielte Luftschläge oder Atelierbeschuss vernichtet werden sollten. Die bekanntesten und sichtbarsten Sperranlagen sicher die Sprengschächte, die sich an vielen Stellen finden lassen. Es gab daneben aber eine Vielzahl weiterer Sperranlagen wie Grabensperren, Schaumsperren, Stecksperren oder Brücken. Auch in Friedenszeiten wurde jede vorbereitete Sperreinrichtung mindestens zweimal jährlich überprüft und, falls nötig, gewartet. Hierbei wurden z.B. Schrauben gefettet, evtl. vorhandener Müll entfernt, Beschädigungen repariert etc.

Kalter Krieg im täglichen Leben

Im Kalten Krieg waren Vorbereitungen für viele Situationen getroffen worden, die nicht sofort augenscheinlich waren. Manche Dinge sind ein Überbleibsel aus dieser Zeit, die inzwischen eine andere Zuwendung erfahren haben, aber aus dieser Zeit ihre Ursache haben. Manche Maßnahmen werden auch in aller Stille wieder beseitigt, wie zum Beispiel Sprengkammern in Brücken oder vorbereitete Straßensperren die gegen feindliche Truppen in Einsatz gekommen wären. Heute sieht man gelegentlich nur noch die "Narben" in Form von zugeteerten Stücken.
Eine Maßnahme die heute immer noch weit verbreitet ist, sind die Schilder an Brücken für die Belastbarkeit für Militärfahrzeuge. Diese sind in das Konzept für ein Bundesmilitärstraßengrundnetz integriert. (Das  Bundesmilitärstraßennetz sollte im Kriegsfall vorrangig die Bewegung der Militärfahrzeuge aufnehmen und wäre für den zivilen Verkehr gesperrt worden) Auf jedes militärische Fahrzeug über 3 Tonnen ist die Belastbarkeit aufgebracht, damit jeder Fahrer selbst erkennen kann, ob eine Brücke befahren werden kann. Die Beschilderung gibt es nur in der "alten Bundesrepublik". Inzwischen werden die Schilder nicht mehr ersetzt. Im Verkehrswesen waren auch die Notrufsäulen an der Autobahn für militärische Fernmeldevernetzung vorgesehen. An den Säulen ist es möglich sich mit einem Feldtelefon einzustöpseln und das separate Netz für die Straßenmeistereien als Kommunikationsweg zu benutzen. Die Induktionsspannung der Feldtelefone hätte dafür ausgereicht. Durch die  neuen Funktechniken hat dieses System inzwischen an Bedeutung verloren.
Auch die angelegten Notbrunnen sind eine Maßnahme aus dieser Zeit, die heute aber aus Angst vor einem terroristischen Anschlag ihre Bedeutung nicht verloren hat.
Für die Versorgung wurden Notvorräte in großen Lagerhallen angelegt, die auch heute für eine Versorgungskrise existieren. Diese Standorte sind auch heute noch geheim. Für die behördliche Verwaltung gibt es dazu das Ernährungswirtschaftsamt, welches ein Schattenamt ist. Das heißt, dieses Amt existiert im Moment nur auf dem Papier und würde erst in einem Krisenfall gebildet. Für die Lagerhaltung ausserhalb von Krisenzeiten und dem Einkauf der Nahrung ist das Bundesministerium für Landwirtschaft dafür zuständig. Es soll 100 bis 150 solcher Lager in Deutschland geben. Dort sind vor allem Getreide und Hülsenfrüchte eingelagert

...weiter Kultur im Kalten Krieg

Brückenbeschilderung für das Militär


Diese Schilder geben die Lastklasse der Militärfahrzeuge an.(MILITARY LOADING CLASS ,MLC). An jedem Militärfahrzeug befindet sich ein gleichfarbiges Schild, das die entsprechende Lastklasse des Fahrzeuges wiedergibt. Somit wissen die einzelnen Truppenteile, ob diese Brücke befahrbar ist.

Sprache im Kalten Krieg
Auch die Sprache  bediente sich mit Begriffen aus dem Kalten Krieg. Eines der bekanntesten Worte dürfte der" Bikini" des Modeschöpfers Lois Reard sein. Er nannte seine kreierte Bade-mode nach dem Ort des ersten Atomtests nach dem 2. Weltkrieg,  am 30. Juni 1946, dem Bikini Atoll in der Südsee. 
Für große Frauenbrüste wurde in der Umgangssprache von einem "Atombusen" gesprochen.