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Der Blockwart
Der Blockleiter, in der Umgangssprache als Blockwart tituliert, war für die Umsetzung der Luftschutzmaßnahmen für einen bestimmten Bereich, zuständig. Die Menge lag zwischen 40 und 60 Haushalten. Er hatte dafür zu sorgen, dass der Dachstock geräumt wurde und die Verdunklungsmaßnahmen im Rahmen des Luftschutzes korrekt durchgeführt und eingehalten wurden. Meist war er der NSDAP sehr nahestehend und damit das unterste Glied in der Parteihirarchie. Das war auch  der Grund, dass diese Personen  in der Bevölkerung nicht  das beste Ansehen hatten. Ausgebombte hatte er als Ansprchpartner zu betreuen.




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Häuslicher Luftschutz

Mit Gründung des Reichsluftschutzbundes (RLB) wurden Empfehlungen für den häuslichen Luftschutz herausgegeben. Diese Empfehlungen wurden dann gebündelt im Luftschutzgesetz vom 26. Juni 1935. Die Menschen funktionierten ihre Keller zu Luftschutzräumen um. Die Bühnen der Gebäude mussten geräumt , die Dachbalken mit einem feuerhemmenden Mittel imprägniert werden und die Menschen wurden aufgerufen, sich für die Brand- und Gasbekämpfung ausbilden lassen.

 

 

 


Mauerhaken waren für die Flucht aus dem Keller ins Freie.Bild eines typischen Luftschutzkellers in Stutt- gart. Die eingelassenen

Gasschutztüren zum Verschließen der Schutzräme wurden eingebaut  und die Notausstiegsschächte erhielten ebenfalls gasdichte Verschlüsse. Die Ausstiege wurden mit einem Mannesmann Luftschutzgitter versehen.

Ein typisches Mannesmann Luftschutzgitter

Es war so konstruiert, dass in einem Rahmen innerhalb des Gitters Wasser stand in den ein Abdeckblech eingesetzt wurde.Somit war ein luftdichter Abschluß möglich, der einen Gaseintritt verhinderte. Die Konstruktion entspricht der Funktions-weise  wie ein heutiger Syphon an einem Wasch- oder Spülbecken.

 

1942 mußten Mauerdurchbrüche zu angrenzenden Nachbarhäusern erstellt werden. Somit konnten die Schutzsuchenden, wenn ihre eigenen Notausstiege verschüttet waren, sich über die Ausstiege der Nachbarhäuser retten. Wenn der Abstand nicht zu groß war, wurden kleine Fluchtstollen, sogenannte Bauwichstollen, zum Nachbar erstellt. Die Fluchtwege ergaben in Stuttgart aneinandergereiht eine Gesamtlänge von über 32 km, bei Kriegsende. Die Anzahl der Fluchtwege betrug fast 5000 Stück.

 

Ein Notausstieg aus einem Luftschutzkeller, wie er noch heute sehr oft an älteren Häusern in Stuttgart zu sehen ist. Der in die Nut des Rahmens eingelassene Dichtungsgummi, ermöglichte ein luftdichtes Verschließen des Fensters. Kellerfenster wurden zugemauert, um so einen Schutz gegen den Luftdruck der Bomben zu haben.

Es wurden nur noch kleine Luftschlitze zur Belüftung eingelassen. Diese zugemauerten Kellerfenster sind heute stellenweise noch vorhanden, weil  vergessen wurde, sie wieder zu entfernen. Als weitere Möglichkeit gegen diese Gefahr, gab es Splitterschutzsteine aus Beton. Sie wurden vor die Kellerfenster gestellt. Die zunehmenden Bombardierungen und die Entwicklung stärkerer Waffen ließen über die Benutzung der Keller als Luftschutzraum große Zweifel aufkommen. Die Menschen in Stuttgart bauten ab Mitte 1943 vermehrt Pionierstollen als Schutz vor Bombardierungen.

Typischer Trümmerschutz am Notausgang ins Freie eines Schutzraumes. Es war damit sichergestellt, dass ein Ausstieg aus dem Keller trotz eines teilweise eingestürzten Haus möglich war. Der geschützte Ausgang bestand an der Ecke Schwieberdinger/Marakonistraße in Zuffenhausen existierte bis 2011.
Viele Tote gab es bei den Luftschutzopfern durch Brandgase. Diese setzten sich in den Kellern ab, da sie schwerer wie die Normalluft waren.Nach zweieinhalb Stunden im Keller füllten sich diese mit dem Gas.  Die Menschen waren auf diese Gefahr nicht vorbereitet worden. Dies war in den Luftschutzschulungen nicht unterrichtet worden.  Das Gase roch man nicht, die Menschen waren plötzlich tot.

Ein vorbildlich ausgestatteter Luftschutzkeller

Ein belegter Luftschutzkeller im Stuttgarter Westen



Ein Ausstiegsschacht der vom 2. Untergeschoß an die Oberfläche führt. Der  Schacht ist über 4 Meter tief.

Beschädigte Kanalisation
Bombenschäden gab es nicht nur im oberirdischen Bereich, sondern auch bei der Kanalisation. Viele Abwasserknäle waren mit Ziegelsteinen gemauert, wie auch die ganzen Putzschächte. Bei Volltreffern wurde die Kanalisation nachhaltig beschädigt. Um die Häuser wieder ans Abwassernetz zu bringen wurden teilweise unbürokratisch neue Leitungen gezogen, unter ausser acht lassen von regulären Baumaßnahmen. Es gibt deshalb auf Privatgrundstücken tote Kanäle, weil diese nicht mehr angeschlossen wurden.