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Antrieb eines Lüfters

 

Eine Besonderheit hat der Verein Schutzbauten  in den Unterlagen der Firma Kiefer Lüftungstechnik gefunden. Der Lüfter konnte mit Hilfe eines handelsüblichen Fahrrades angetrieben werden. Die Hinterachse des Fahrrades wurde in eine gabelförmige Stütze soweit eingeschoben, bis der Reifen des Hinterrades an der Antriebsscheibe des Lüfters anlag. Durch das Treten der Pedale wurde der Lüfter dann angetrieben. Ob diese Antriebsversion eingesetzt wurde, ist eher unwahrscheinlich.

Belüftung von Schutzräumen

Wer einen Schutzraum baute, kam an der Frage der Belüftung nicht vorbei. Das Fassungsvermögen eines Schutzraumes hängt auf Gedeih und Verderb von der Belüftung ab. Für einen unbelüfteten Schutzraum musste nach gesetzlicher Vorschrift 3 m³ Luftraum pro Schutzsuchenden zur Verfügung stehen. Beispiel für die Raumgröße:

30 Personen unbelüftet  
 90 m³  
bei 2,50 m Höhe  
36 m² Grundfläche
30 Personen belüftet  30 m³ 
bei 1,65 m Höhe
18 m² Grundfläche

Daraus kann man ersehen, dass die Belüftung eines Schutzraumes die Baukosten um ca. 2/3 verringerte. Welche Anforderungen mußte man an einen Luftförderer stellen?
  1. einfache Handhabung
  2. robuste Bauweise
  3. hohe Zuverlässigkeit
  4. von Energieversorgung unabhängig
  5. Schutz vor Gasen etc.

Alle diese Anforderungen erfüllten die Luftförderer der Firma Auer. Auer erzeugte Membranpumpen für Handbetrieb in verschiedenen Größen. Vom M 300 für 15 nichttätige Schutzsuchende bis zum MR 2400 für 120 nichttätige Schutzsuchende. Davon ausgehend, dass ein Nichttätiger ca. 20 l Luft pro Minute verbraucht, liefert der M 2400 bei 35 Doppelhüben 2400 l Luft in der Minute = 120 Personen. Der Auer Luftförderer bestand zum wesentlichen Teil aus einer runden Lederscheibe (Membrane) und einem Einlass- sowie Auslassventil. Bewegte man mit der Stange die Membrane nach unten saugte sie Luft an, bewegte man sie nach oben, strömte die Luft in den Schutzraum. Vor den Einlaßventilen sitzt ein Filter der Gase etc. aus der Luft herausfiltert.


Auer Luftförderer MR 2400

Wenn in einem Schutzraum tätige Schutzsuchende wie z.B. medizinisches Personal waren, ging man von einem Verbrauch von ca. 100 l Luft pro Kopf aus und mußte die Belüftung dementsprechend auslegen. Der oben abgebildete Luftförderer befand sich z.B. in einem medizinischen Schutzraum in einem Bunker. Bei Ausfall der Hauptbelüftung hätte man die medizinischen Räume abtrennen und separat mit Frischluft versorgen können. Die Auer Luftförderer wurden hauptsächlich für solche Zwecke oder für private Keller, die zum öffentlichen Luftschutzraum erklärt wurden, verwendet. Heute sind so gut erhaltene Exemplare äußerst selten zu bekommen.

 

Belüftungsanlage BuG





Belüftungsanlage für den Stollen in der Villa Reizenstein
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Zugluftfreie Zuführung von Luft
Die geringe Raumhöhe und die hohe Belegungsdichte in Bunkern, machten eine besondere Konstruktion von zugluftfreier Belüftung notwendig. Besonders in  Krankenhausräumen wurde die Luft über entsprechend gestaltete Einblaskonstruktonen sichergestellt. Durch eine fächerartigen Lamellenformation konnte dies möglich gemacht werden. Die Lufteinführung konnte auch zusätzlich mit einer Be- leuchtung kombiniert werden. Diese Art von Luftzufuhr gab es im Kranken -hausbunker in der Hohestraße unter dem ehemaligen Gesundheitsamt. Diese Originalluftverteiler befinden sich heute in unserer Ausstellung Luftschutz- technik.

Belüftungseinlass in einem medizinischen Raum. Um einen möglichtst zugfreien Lufteintritt in den Raum zu erreichen, wird die Luft kreisförmig an der Decke über Lamellen eingeblasen.


Dies kann mit einer Beleuchtung kombiniert sein. Der Hersteller dieser Lampe war die Firma Kiefer Lüftungstechnik aus Feuerbach.