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Die medizinische Versorgung beim Luftschutz
 Die artspezifische Verwundung durch Luftangriffe wurde entweder unmittelbar durch die abgeworfene Munition(Splitterverletzungen, innere oder äußere Verletzungen durch den Luftdruck, Verbrennungen) oder mittelbar durch deren Wirkung auf Gebäude/Versorgungsanlagen/Verletzung durch Trümmerteile, Verschüttungen durch Gebäudezusammenbrüche, Verbrennen, Ersticken, Vergiftung durch ausströmendes Gas, Ertrinken durch das Platzen von Wasserrohren, hervorgerufen. Für die medizinische  Zwecke wurden deshalb entsprechende Vorschriften erlassen

Um eine ausreichende Versorgung in medizinischer Hinsicht sicherzustellen, wurden für Verletzte durch Luftangriffe ein breites Netz an Rettungsstellen in Stuttgart aufgebaut. Die Mindesanforderung an die baulichen Gegebenheiten war, dass sie splitter-, trümmer- und gassicher sind. Sie sollten die Krankenhäuser von einem Ansturm von Patienten bewahren und die erste Anlaufstelle von Verwundeten sein. In den Luftschutzrettungsstellen gab es am 20. Oktober 1939 in Stuttgart 130 Betten  dafür. Eine Luftschutzrettungsstelle war mit einem Luftschutz-Arzt, zwei Krankenschwestern und einigen Helfern personell ausgestattet, die eine erste Hilfe leisten sollten.
Da man auch mit Gasangriffen rechnete, waren in den Rettungsstellen Vorsorge getroffen worden, um kampfstoffvergiftete Personen von nicht vergifteten Personen zu trennen, um bei dem geringsten Verdacht entsprechend handeln zu können. Zu diesem Zweck wurden Duschmöglichkeiten installiert. Es hätte weitreichende Konsequenzen gehabt, wenn schon ein kontnimiertes Kleidungsstück in den Bunker gelangt wäre.

Polizeigeneral Schweinle meldete im Juni 1939 dem Inenministerium dass von 757 Stuttgarter Ärzten 485 der Stuttgarter Bevölkerung uneingeschränkt  zur Verfügung standen, 88 waren als Luftschutzärzte vorgesehen und 77 für die Wehrmacht.

Krankenhäuser
Die Wehrmacht hat zu Beginn von 1940 in Stuttgart 1400 Krankenbetten  requiriert, darunter das komplette Cannstatter Krankenhaus. Für die Bevölkerung wurden vier Hilfskrankenhäuser mit 800 Betten eingerichtet (Friedrich List Heim, Uhland-Oberschule, Brenzhaus, Furtbachhaus).
Das Katharinenhospital und das Cannstatter Krankenhaus erhielten einen OP Bunker und einen Bettenbunker, in dem Kranke luftschutzgeschützt operiert und gepflegt werden konnten.

Dem Bethesda Krankenhaus, während der NS Zeit zum Albrecht Krankenhaus umbenannt, wurde 1941 vom Reichsgauleiter die Auflage erteilt, einen Bunker zu bauen, damit dort Operationen und Entbindungen stattfinden konnten. Während der Juliangriffe 1944 überlebten dort 2000 Schutzsuchende während eines heftigen Angriffes. Der Stollen diente auch den umliegenden Anwohnern als Schutzraum.

Personen die eine Infektioskrankheit hatten, durften nicht in allgemeine Luftschutzräume. Für diese gab es in den Krankenhäusern abgetrennte Luftschutzräume für Infektionskranke. Bei einer Zusammenlegung von Gesunden und Infektionskranken, wäre eine Ansteckungsgefahr auf diesen engen Räumen viel zu gefährlich gewesen.

Schwestern des Bethesda Krankenhaus am Eingang des Luftschutzstollen.