Kontakt  |  Impressum  |     Suchen
Drahtfunk

Drahtfunk ist ein System zur Übermittlung von Radioprogrammen über Telefonleitungen im Langwellenbereich und gelegentlich auch auf Mittelwelle. Bereits 1924 wurde der Drahtfunk in Bayern eingeführt, wodurch es privilegierten Besitzern von Drahtfunkempfängern möglich war, Opern stereophon zu hören. Ab 1934 wurde mit Hochfrequenzdrahtfunk experimentiert. Dadurch wurde es möglich mit Hilfe der Drahtfunkanschaltdose DDa38 über die Leitungen der Reichspost Radiosendungen zu empfangen.

 

 

  Drahtfunkdose DDa38

       

 

 



Im zweiten Weltkrieg wurde der Drahtfunk zu einem sehr  wichtigen Übermittlungsinstrument. Bei Angriffen orientierten sich die Bomber auch an regulären Rundfunksender die deshalb abgeschaltet wurden. Um dennoch kommunizieren zu können waren alle Luftschutzleitstellen und die größeren Schutzbauwerke an den Drahtfunk angeschlossen. Auch große Flakbatterien waren über die spezielle Frequenz 249 khz an den Drahtfunk angeschlossen.


Im Januar 1944 ordnete Gauleiter Murr in seiner Eigenschaft als Reichsver- teidigungskommisar an, das alle Bürger Stuttgarts, die über einen Fernsprech- anschluß verfügten, an den Drahtfunk angeschlossen werden sollen. Die Luftlagemeldungen wurden von Stund an ab Luftgefahr 20 auf Langwelle 1935 m = 135 khz auf Drahtfunk gesendet. In  den Sprechpausen ertönte ein Pausezeichen in Form eines Summtones. Bei Ausfall des Drahtfunknetzes wurden die Luftlagemeldungen auf Mittelwelle 527 khz ausgestrahlt.

 


 

Rechts die Anleitung, wie man den Rundfunkempfänger anschließen soll. Gegen Juni 1944 wurde der Drahtfunk auch über das Gasleitungs- netz eingespeist, was den Anschluß von Luftschutzkellern ermöglichte. Vorraussetzung war aber immer die Dose DDa38 und ein Rundfunk- empfänger. Eigentlich kann man im weitesten Sinne sagen, dass der Drahtfunk der Vorläufer des Kabelfern- sehens war.

 

Drahtfunkkabel in einem Stollen