Der Schwabtunnel wurde 1896 nach zweijähriger Bauzeit fertiggestellt. Er war Deutschlands erste Tunnel durch den ein Auto fahren konnte. Mit 1.000.000 Ziegelsteinen war das Gewölbe ausgemauert worden. In der Zeit von 1902 bis 1972 verkehrte durch den Tunnel auch eine wechselnde Straßenbahnline und er war damit der erste Straßenbahntunnel der Welt. Am Westportal gibt es zwei Steinplatten mit Inschriften, auf denen der Erbauer Kölle verewigt ist. Leider sind diese Platten inzwischen stark verwittert.
Ab Januar 1944 diente dieser Tunnel als Schutzraum für den Stuttgarter Westen und Heslach. Die Eingänge wurden mit Toren verschlossen und davor durch versetzte Wände gegen den Luftdruck von detonierenden Bomben geschützt. Durch mangelnde Transportkapazitäten konnte das Material für den Ausbau nicht herbeigeschafft werden und die Indienststellung hatte sich dadurch laufend verzögert. Die natürliche Überdeckung von 6 bis 20 Meter bot den Anwohnern einen sicheren Luftschutzbau. Die Menschen fanden Platz auf links und rechts errichteten Holztribünen. So wurde die Höhe des Tunnels maximal ausgenutzt. Der Raum reichte für 1500 Personen aus. Selbst eine Toilettenanlage und eine Luftschutzrettungsstelle wurden in den Tunnel integriert. Umliegende Firmen hatten die Stadtverwaltung schon 1943 immer wieder bedrängt, den Tunnel luftschutzsicher auszubauen, damit ihre Mitarbeiter einen Schutzraum haben. Ganz uneigennützig waren diese Forderungen nicht, sparten sich die Firmen doch damit einen eigenen Ausbau auf ihrem Firmengelände.
Nach dem Krieg dauerte es bis zum 6.Juni 1946, bis die Abmauerungen und die Ausbauten im Inneren entfernt waren und wieder eine Durchfahrt möglich war.