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Alarmierung bei Sirenenausfall
Die Flak alarmierte die Bevölkerung bei Sirenenausfall durch 3 Salvenschüsse. Dies war das Zeichen, dass ein Angriff unmittelbar bevorstand und die Bevölkerung die Schutzräume aufsuchen sollte. 
Geschützstellung


Das gefürchtete 8,8 Geschütz bei den alliierten Flugzeugverbänden

Flakhelferinnen an einem 120 cm Scheinwerfer


Die Flak in Stuttgart

Zum aktiven Luftschutz gehörte die Flak. Die Stuttgarter schweren Flakstellungen waren rund um Stuttgart meist auf den Anhöhen aufgestellt. Die leichten Flakstellungen wie die 2 cm und 3,7 cm Geschütze für den Schutz von Tieffliegern waren auf exponierten Gebäuden oder seperat erstellten Flaktürmen (aus Holz) installiert. Dazu zählten unter anderem der Tagblattturm und der Bahnhofsturm. Der Flakring war bei den alliierten Luftstreitkräften sehr gefürchtet. Die schwere Flak mit ihren 8,8 cm Geschützen konnte erhebliche Abschüsse für sich verbuchen. Am 25. Januar 1943 erging die "Anordnung  über den Kriegshilfsdienst  der deutschen Jugend in der Luftwaffe" wodurch die regulären Wehrmachtssoldaten durch Flakhelfer ersetzt wurden. Den Hitlerjungen an den Oberschulen wird am 16. Februar das Gelöbnis abverlangt. Ganze Klassen wurden an die einzelnen Stellungen zugeteilt. Die oft 15 jährigen Schüler mussten deren Dienst übernehmen. Ende 1944 wurden ganze Batterien aus Stuttgart abgezogen und an die Ost oder Westfront zugeteilt. Dadurch entstand ein großes Vakuum in denen die alliierten Flieger ungehindert operieren konnten.                     
Flakstellungen in Stuttgart

Eine Flakbatterie bestand in der Regel aus 6 fest in Feuerstellungen installierten schweren Flakgeschützen vom Kaliber 8,8 cm oder 10,5 cm, im Braunschweiger Raum teilweise auch auf 8,8 cm aufgebohrte sowjetische Beute-Flakgeschütze. Doppelbatterien umfassten insgesamt 12 schwere Flakgeschütze. Jede Batterie war mit eigener Kommandostruktur, mit optischen (z. B. Kommandogerät 36 oder 40 oder Beute-Malsi) elektronischen Zielfindungsmitteln (z. B. FuMG 62 "Würzburg" 39 T A-D oder später auch FuMG 64 "Mannheim" 41 T) ausgerüstet. Die noch stärkeren Radargeräte wie "Würzburg-Riese" wurden mehr für die Jägerleitführung eingesetzt

Die Flak 8.8-36 gilt als eines der erfolgreichsten Geschütze des Zweiten Weltkrieges. So gingen ca. ein Drittel der abgeschossenen US-Bomber auf das Konto der Flak. Zu Kriegsbeginn im Jahr 1939 waren knapp 2.500 Stück 8,8-cm-Flak 18 und 36 vorhanden. Eine Weiterentwicklung im Jahr 1942 war die 8.8 cm-Flak 41 von "Rheinmetall", die zunächst nur in einer sogenannten "Nullserie" von 44 Stück hergestellt wurde. Ihre Schussweite stieg auf 20.000 m, die -höhe auf 14.860 m, die Feuergeschwindigkeit auf 20-25 Schuß/min. und die Mündungsgeschwindigkeit auf 1.000 m/s. Im Verlauf des Krieges flogen die Bomber immer höher, bald genügte die 8.8 cm-Flak nicht mehr und wurde durch schwerere Kaliber ersetzt. Dennoch blieb die 8.8 cm-Kanone den ganzen Krieg hindurch im Einsatz und wurde auch zur Panzerabwehr bzw. zum Beschuss von Bodenzielen eingesetzt.  Zur Flughöhenberechnung der gegnerischen Flugzeuge kamen sogenannte Entfernungs-Messgeräte oder Kommandogeräte zum Einsatz. Diese Zielgeber waren mit zahlreichen Prismen versehene Fernrohre, durch die durch die Kreuzung der Blickwinkel der Prismen die Flughöhe berechnet werden konnte. Am Hasenberg war auch eine Einheit der Eisenbahnflak stationiert.
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Scheinwerfer zur Flugzeugsuche

Zu jeder Flakstellung  gehörten auch die notwendigen Flakscheinwerferbatterien. Sie leuchteten den Himmel bei Dunkelheit mit ihrem bis zu 10 Kilometer gerichteten Strahl nach Flugzeugen ab. Sobald ein Flugzeug mit einem Lichtkegel erfasst wurde, kam ein zweiter Scheinwerfer hinzu und verfolgte das Flugzeug. Aus diesen Lichtkegeln gab es dann kaum mehr ein Entkommen und die Geschütze konnten dann auf dieses Flugzeug gerichtet werden.

150 cm Flakscheinwerfer

Flakhelfer- Luftwaffenhelfer
Durch eine breiten Streuung der Luftangriffe, erreichten die Alliierten einen erhebliche Personalbindung bei der Flak. 1942 waren 439.000 Mann eingesetzt, 1943 waren es 600.000 und 1944 waren es schließlich 900.000 Personen. Diese Entwicklung führte am 25. Januar 1943 zur "Anordnung über den Kriegshilfsdienst der deutschen Jugend in der Luftwaffe" wonach 15- bis 16jährige Schüler zur Flak herangezogen wurden. Luftwaffenhelfer hatten nicht den Status von Soldaten. Sie erfüllten zwar wie Soldaten Aufgaben an Geschützen und Geräten und lebten in den Flakstellungen wie sie, waren jedoch gleichzeitig Schüler, die von ihren Lehrern unterrichtet wurden. Offiziell galten sie als Mitglieder der Hitlerjugend, was ihnen oft missfiel. In den Jahren 1943 bis 1945 dürften insgesamt 200.000 Luftwaffenhelfer und im Einsatz gewesen sein.
Unterricht für die Stuttgarter Oberschüler gab es an den Schulen in Feuerbach, Untertürkheim und Vaihingen.
Flakhelferinnen

Ab 1944 wurden Arbeitsmaiden, so wurden die weiblichen Angehörigen des Reichsarbeitsdienstes genannt, nicht nur im Fernmeldedienst sondern auch an Scheinwerferstellungen eingesetzt. Ab Oktober 1944 wurden die 6. und 7. Klassen der Mädchen-Oberschulen herangezogen. Dies beweisen auch Todesanzeigen, die im NS Kurier erschienen sind, wo berichtet wird, dass sie im Einsatz ums Leben gekommen sind.