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Pi 42 Mohlstraße/Stafflenbergstraße - Mitte
















Heutiger Stolleneingang                                Blick in den Stollen

Dieser Stollen entstand 1941 auf Anordnung der nationalsozialistischen Machthaber. Sie ordneten an, dass das Bethesda Krankenhaus sich entsprechende Schutzräume zulegen  und damit zur sicheren medizinischen Versorgung beitragen muss. Dafür wurden dann zwei ehemalige Steinbruchstollen, die  hinter der Villa Mohl im Hang vorhanden waren, verwendet. Um den Vorschriften für Luftschutzräume zu entsprechen, wurden die Stollen miteinander verbunden. Damit war sichergestellt, dass Stollen mindestens zwei Zugänge gehabt hat. Es wurden sanitäre Bereiche mit eingebaut.  Das Gefälle des Stollens entsprach nicht den Vorgaben, das normalerweise zwei Prozent beträgt. Der Stollen hat ein Gefälle von ca. 6 Prozent und eine Breite von drei Meter. Bei einem Luftalarm wurden die Kranken von den Diakonissen-Schwestern der evangelischen-methodistischen Kirche in den Stollen getragen.
Häufig kamen bei den Angriffen auch Kinder zur Welt, die dann im Stollen geboren wurden. Vermutlich war die linke Röhre hauptsächlich für die umliegenden Anwohner, die rechte Röhre für Patienten.
Der heutige Stollenzugang wurde in den 60er Jahren neu gestaltet und entspricht nicht mehr dem ursprünglichen Eingang. Die ehemalige schwere Panzertüre wurde entfernt und der Stollen kurz nach dem Verbindungsgang zur Nachbarröhre abgemauert. Bei der Verfüllung hinter der Abmauerung, stellte sich heraus, dass die Abmauerung dem flüssigen Verfüllungsmaterial nicht gewachsen war. Der Beton floß deshalb vor bis in die Küche des Krankenhauses. Teile des vorderen Stollenzuganges wurden gekappt und es entstand davor die heutige Kapelle. Ein neuer Zugang wurde für diesen Stollenteil neben der Kapelle gebaut.
Der zweite, weiter südliche Stollenteil, wurde ebenfalls teilweise verfüllt, soll aber durch einen abgetäuften Schacht zugänglich sein. Es gibt Gerüchte, dass dieser Stollenteil eine Verbindung bis zur Villa Reizenstein gehabt haben soll. Mehrere Kontrollbohrungen 1982 haben ergeben, dass die Pläne nicht mit der Realität übereinstimmen. Es muss daher mit unbekannten Hohlräumen gerechnet werden.





ehemaliges Wasserbecken mit Warm-und Kaltwasseranschluss




Das ehemalige Stromleitungsnetzes über Isolatoren ist auch heute noch vorhanden und in Funktion. Zur Unterstützung des Lichtes ist im Bereich der Kabeltrasse die Decke hell gestrichen, Ein Schriftzug "Leitungen nicht berühren" zeugt von den blanken - nicht isolierten Leitungen. Die elektrische Anlage hat eine Spannung von 48 Volt. Der Trafo befindet sich dafür direkt am Eingang.